Neue Regularien und die Digitalisierung zwingen Banken zum Umdenken – diese Kandidatenprofile sind 2018 heiss begehrt

Banken Brexit Männer in Anzug

Interview mit Rebecca Clark, Managerin Financial Services Robert Walters, Schweiz

Was sind die grössten Herausforderungen für deine Kunden im Jahr 2018?

Wir erwarten, dass sich die Situation auf dem Schweizer Arbeitsmarkt aufgrund des kontinuierlichen Drucks, neue Regularien und Compliance-Richtlinien einzuführen, weiter verschärfen wird. Banken und Finanzdienstleister haben Schwierigkeiten, eine Balance zu finden zwischen den Kosten für Regularien (historische Compliance Reviews, MiFid II, PSD2, GDPR etc.) und der Herausforderung, in neue Produktbereiche für Kunden zu investieren und diese zu digitalisieren.

Privatbanken werden vermehrt dazu gezwungen, sich auf Privatanleger mit einem Vermögen zwischen 500.000 und 5 Mio. CHF zu konzentrieren, da diese eher gewillt sind, aktiv zu investieren. Um Kunden langfristig zu binden und wettbewerbsfähig zu bleiben, sind Investitionen im Bereich Digitalisierung und innovative Plattformen entscheidend. Auch der Bereich Corporate Banking steht weiter unter Druck: KMUs (kleine und mittelständische Unternehmen) nutzen vermehrt Plattformen, die von Technologie-/Softwareunternehmen eingerichtet wurden, sodass der traditionelle Full-Service-Gedanke im Banking abgelöst wird. Ähnliche Veränderungen finden bei Versicherungen statt, da diese ebenfalls mit komplexen Technologien und Regularien konfrontiert sind.

Im gesamten Financial-Services-Bereich werden Unternehmen abwägen müssen, ob sie primär in den Umgang mit neuen Regularien oder in innovative Produkteinführungen für Kunden investieren sollen.

Welchen Einfluss hat der Brexit für Schweizer Banken und Finanzdienstleister?

Mehr als 41.000 Briten leben in der Schweiz. Dadurch ist der Brexit aktuell ein wichtiges Thema. Nichtsdestrotrotz gab es bisher keine ausschlaggebenden Auswirkungen auf den Finanzdienstleistungs-und Consultingbereich. Bisher hat die Schweiz ihre intensiven wirtschaftlichen Beziehungen zum Vereinigten Köngreich herausgestellt.

Nach dem Brexit-Votum wollen vermehrt europäische Fachkräfte von London in die Schweiz umziehen.

Langfristig gesehen liegt der Fokus auf der Wiederaufnahme der Verhandlungen von grundlegenden Handelsverträgen, um die Handelsbeziehungen weiterhin zu stärken und zu garantieren.

Welche Auswirkungen haben diese Veränderungen auf den Recruitment-Markt?

Durch Industrie 4.0 (Automatisierung, Digitalisierung) entstehen neue Herausforderungen am Arbeitsmarkt mit ganz speziellen Anforderungen an die Bewerber: Der Bedarf an Fachkräften mit einem grösseren Erfahrungsschatz und Wissen hat deutlich zugenommen. Da Basisaufgaben heute zunehmend durch Automatisierungsprozesse ersetzt werden können, sind Bewerber, die ihre Qualifikationen fortwährend ausbauen und flexibel sind, die Zusammenhänge im Unternehmen verstehen und auch abteilungsübergreifend denken, ganz besonders begehrt. Auf dem sich wandelnden Arbeitsmarkt ist z. B. die Nachfrage nach Fachkräften, die über ein digitales und regulatorisches/Compliance-Verständnis verfügen, sehr hoch. Auch Bewerber aus dem Bereich Technology sowie Change Management sind sehr gefragt.

Interim Professionals werden im Bereich Compliance, Technology und Change Management verstärkt gesucht, da sie flexibel eingesetzt werden können. 

Wie können Unternehmen diese Bewerber für sich gewinnen?

Unternehmen müssen verstärkt an flexibleren Arbeitsmodellen und Resourcing-Methoden arbeiten. Um Junior- und Mid-Level-Kandidaten zu gewinnen und im Unternehmen zu halten, ist das Stichwort Mitarbeitereinbindung der Schlüssel zum Erfolg. Weiterbildungsmassnahmen im Zusammenhang mit den neuen regulatorischen Gegebenheiten sowie im Bereich Projektmanagement und Digitalisierung sind für bestehende Mitarbeiter aktuell besonders wichtig.   

Was sind deine Prognosen für Banken und Finanzdienstleister im Jahr 2018?

Mit Blick auf die fortwährende Volatilität in allen Assetklassen und geopolitischen Spannungen erwarten wir einen stark wachsenden Bedarf an Risk- und Investmentfachleuten. Hierbei besteht die Herausforderung darin, gleichermassen im Bereich Risk und Compliance zu investieren.

Durch die offene Marktwirtschaft in der Schweiz sind Unternehmen vielen äusserlichen Faktoren ausgesetzt, z. B. den Brexit-Verhandlungen oder Währungs- und Zinsschwankungen. Die Schweiz wird weiterhin stark in Innovationen investieren. ICOs, Kryptowährungen und Blockchain sind 2018 wichtige Themen in Zürich, Zug und Genf, nachdem die FINMA bereits im Februar ICO-Richtlinien veröffentlicht hat.

Sie wünschen weitere Informationen zu diesem Thema? Dann kontaktieren Sie mich gerne per E-Mail an rebecca.clark@robertwalters.com

Europäische Gehaltsstudie 2018 

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