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CFO werden in der Schweiz

Warum der Weg an die Spitze über das eigene Finanzfachgebiet hinausführt

Der Weg zum CFO kann im Rechnungswesen, im Controlling, in FP&A, im Treasury oder in einem anderen Finanzbereich beginnen. In der Schweiz kann auch ein Hintergrund in der Wirtschaftsprüfung, insbesondere bei einer der Big-Four-Gesellschaften, eine solide Grundlage bieten. Es gibt keinen einzigen vorgegebenen Karriereweg an die Spitze der Finanzfunktion. Was erfolgreiche CFOs jedoch zunehmend gemeinsam haben, ist nicht, dass sie zu Experten in jeder Finanzdisziplin geworden sind, sondern dass sie ein breites Verständnis dafür entwickelt haben, wie diese Bereiche zusammenhängen und wie die Finanzfunktion das Unternehmen als Ganzes unterstützt.

Fachliche Exzellenz bleibt eine wichtige Grundlage. Doch je weiter Führungskräfte im Finanzbereich aufsteigen, desto wichtiger wird die Fähigkeit, über den eigenen Verantwortungsbereich hinauszublicken: Liquidität und Finanzierung zu verstehen, zu strategischen Entscheidungen beizutragen, Transformationen zu leiten, mit hochrangigen Stakeholdern zusammenzuarbeiten und Verantwortung für die Auswirkungen finanzieller Entscheidungen auf das Unternehmen zu übernehmen.

Die entscheidende Karrierefrage lautet daher nicht einfach: Was ist meine nächste Position? Sondern: Welche Erfahrungen brauche ich, um eine umfassender kompetente Führungskraft im Finanzbereich zu werden?

Der traditionelle Weg reicht aus – manchmal

Viele CFOs kommen aus dem Rechnungswesen, dem Controlling, FP&A oder der Wirtschaftsprüfung. Dies bleibt ein solider Weg. In der Schweiz kann Erfahrung bei einer Big-Four-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft besonders wertvoll sein, da sie Einblicke in verschiedene Branchen, Anforderungen an die Finanzberichterstattung und die Arbeit von Geschäftsleitungen bietet. Dieser Weg wird jedoch dann zur Einschränkung, wenn eine Karriere ausschliesslich dazu dient, die Expertise in einer einzigen Disziplin zu vertiefen.

„Eine hervorragende Finanzfachkraft kennt ihre Funktion bis ins Detail. Ein CFO muss darüber hinaus verstehen, was das Unternehmen zum jeweiligen Zeitpunkt braucht, und dieses Verständnis nutzen, um Entscheidungen für das Unternehmen als Ganzes zu treffen“, erklärt Paul Teisseire, Practice Lead Finance & Accounting bei Robert Walters Zurich. „Wer aus dem Rechnungswesen kommt, kann davon profitieren, Erfahrungen in der operativen Planung und im Business Partnering zu sammeln. Wer seine Karriere im Controlling aufgebaut hat, sollte prüfen, wie umfassend die eigene Erfahrung mit Finanzabschlüssen, Liquiditätsmanagement und Finanzierung ist. Entscheidend ist, mögliche Lücken im eigenen Verantwortungsbereich zu erkennen und systematisch zu schliessen.“

Für Finanzfachkräfte in der Schweiz bedeutet dies auch, unterschiedliche Rahmenbedingungen der Berichterstattung zu verstehen. Erfahrung mit Swiss GAAP FER und IFRS sowie mit den Anforderungen des Schweizer Obligationenrechts kann ein CFO-Profil stärken, insbesondere beim Wechsel zwischen Schweizer Unternehmen und internationalen Konzernen. Welche Expertise relevant ist, hängt von der Struktur des Unternehmens und seinen Berichterstattungspflichten ab.

Erfahrung in FP&A, Treasury, M&A oder Corporate Finance kann ein Profil ebenfalls wirkungsvoller stärken als die nächste Beförderung innerhalb eines vertrauten Bereichs. Am wichtigsten ist, das fachliche Spektrum der eigenen Finanzerfahrung gezielt zu erweitern: vom Rechnungswesen und der Unternehmenssteuerung bis hin zum Liquiditätsmanagement und zur Finanzierung sowie zum Management finanzieller Risiken. Für angehende CFOs bedeutet dies, dass es nicht einfach um den nächsten Karriereschritt geht, sondern vor allem darum, sich schrittweise einen sicheren Umgang mit allen zentralen finanziellen Steuerungshebeln anzueignen.

Dasselbe gilt für Führungserfahrung: Sie entwickelt sich häufig von der Verantwortung für Projekte über die Führung von Teams bis hin zur Leitung grösserer Finanzorganisationen. Gleichzeitig wird die Zusammenarbeit mit der Geschäftsleitung, dem Verwaltungsrat oder Investoren zunehmend wichtiger. In der Schweiz trägt der Verwaltungsrat unmittelbare Verantwortung für die Gesamtleitung des Unternehmens und die Finanzaufsicht. Die Fähigkeit, finanzielle Sachverhalte auf Verwaltungsratsebene zu kommunizieren, ist deshalb besonders wertvoll.

KI ist längst kein reines IT-Thema mehr

„Kein CFO muss selbst KI-Modelle entwickeln“, sagt Teisseire. „Doch ohne ein Verständnis dafür, was Automatisierung, Daten und KI bei Prognosen, Berichterstattung und Leistungssteuerung tatsächlich verändern, wird es schwierig sein, eine moderne Finanzfunktion glaubwürdig zu führen.“

Entscheidend ist nicht, jede neue Technologie frühzeitig einzusetzen. Für ein CFO-Profil ist es wesentlich wichtiger, Verantwortung für die Umsetzung zu übernehmen und einen greifbaren Beitrag zu den Unternehmensergebnissen leisten zu können. Dabei kann es um eine ERP-Transformation, die Automatisierung von Finanzabschluss- oder Planungsprozessen oder einen KI-Anwendungsfall gehen. Besonders relevant wird diese Erfahrung, wenn sich der Mehrwert nachweisen lässt – etwa durch kürzere Finanzabschlusszyklen, weniger manuellen Aufwand oder eine höhere Prognosegenauigkeit.

„Solche Projekte sind selten so unkompliziert, wie sie in einer Präsentation aussehen“, sagt Teisseire. „Plötzlich stimmen Daten nicht überein, Fachbereiche und IT verfolgen unterschiedliche Prioritäten, und Entscheidungen lassen sich nicht aufschieben. Gerade in solchen Situationen zeigt sich, ob Technologie tatsächlich zu einem schnelleren Finanzabschluss, einer verlässlicheren Prognose oder einer besseren Leistungssteuerung führt. Das prägt ein CFO-Profil deutlich stärker als ein weiteres Projekt im Lebenslauf.“

Anspruchsvolle Aufgaben erweitern das CFO-Profil

Restrukturierungen, Kostensenkungsprogramme, herausfordernde Finanzierungssituationen oder ERP-Migrationen können auf dem Weg zum CFO wertvolle Erfahrungen ermöglichen. Dasselbe gilt jedoch auch für Phasen starken Wachstums, die Internationalisierung eines Unternehmens oder den Aufbau einer leistungsstarken Finanzorganisation. Gemeinsam ist diesen Situationen, dass sie Führungskräfte im Finanzbereich mit komplexen Entscheidungen konfrontieren und neben fachlicher Expertise auch ausgeprägte Führungsfähigkeiten verlangen.

Gerade in solchen Phasen zeigt sich, wer mehr leisten kann als fundierte Analysen: wer Orientierung geben, hinter Entscheidungen stehen und deren Umsetzung begleiten kann. Dafür müssen unterschiedliche Erwartungen miteinander in Einklang gebracht werden – vom CEO und der Geschäftsleitung über den Verwaltungsrat und Investoren bis hin zu Wirtschaftsprüfern.

Im mehrsprachigen Geschäftsumfeld der Schweiz kommt bei den Kommunikationsfähigkeiten eine weitere Dimension hinzu. Je nach Unternehmen und Region können Deutsch, Französisch und Englisch für die Zusammenarbeit mit Führungsteams, Mitarbeitenden und internationalen Stakeholdern wichtig sein. Die Fähigkeit, komplexe finanzielle Sachverhalte über Sprachgrenzen und unterschiedliche Geschäftskulturen hinweg zu vermitteln, kann daher ein CFO-Profil stärken.

„Ob Restrukturierung, Wachstum oder Transformation: In herausfordernden Unternehmensphasen reicht die richtige Analyse allein nicht aus“, erklärt Teisseire. „Führungskräfte im Finanzbereich müssen Risiken und Handlungsbedarf frühzeitig erkennen, belastbare Szenarien entwickeln und sich klar für Entscheidungen einsetzen. Gleichzeitig müssen sie die Umsetzung im Blick behalten und unterschiedliche Stakeholder mitnehmen. Wer diese Verantwortung bereits übernommen hat, sammelt Erfahrungen, die sich durch Theorie nur begrenzt erwerben lassen.“

Die erste CFO-Position erreichen

Selbst mit einem breiten Finanzhintergrund und ausgeprägter Führungserfahrung kann es schwierig sein, die erste CFO-Position zu erhalten. Verwaltungsräte und Private-Equity-Investoren bevorzugen häufig Kandidaten, die diese Rolle bereits ausgeübt haben. Für angehende CFOs in der Schweiz ist es daher entscheidend, Möglichkeiten zu erkennen, die einen realistischen Einstieg bieten.

Die Übernahme einer CFO-Position in einem Geschäftsbereich oder einer Tochtergesellschaft kann wertvolle Erfahrungen ermöglichen, ebenso wie der Wechsel zu einem kleineren Unternehmen, um umfassendere Verantwortung zu übernehmen. Auch Portfoliounternehmen mit Private-Equity-Beteiligung und Interim-CFO-Mandate können Möglichkeiten bieten, die Fähigkeit zur Leitung einer gesamten Finanzfunktion unter Beweis zu stellen. Eine Position als stellvertretender CFO kann ein weiterer Weg sein. Kandidaten sollten jedoch prüfen, ob sie einen klaren Weg in die oberste Position eröffnet oder das Risiko birgt, langfristig in der Stellvertreterrolle zu bleiben.

Der Umfang der Position ist ebenso wichtig wie der Titel. In der Schweiz können CFO-Rollen in Tochtergesellschaften multinationaler Unternehmen stark auf die lokale Berichterstattung, Compliance und die Umsetzung von Entscheidungen auf Konzernebene ausgerichtet sein, während die strategische Verantwortung am Hauptsitz verbleibt. Kandidaten sollten deshalb prüfen, wie viel Autonomie eine Position bei der Finanzierung, bei Investitionsentscheidungen und bei der Unternehmensstrategie bietet.

Hier können spezialisierte Personalberater einen besonderen Mehrwert bieten: indem sie angehenden CFOs helfen, realistische Wege in ihre erste CFO-Rolle zu erkennen und ihre bisherige Erfahrung gegenüber Verwaltungsräten, Investoren und den für die Einstellung verantwortlichen Entscheidungsträgern wirkungsvoll zu positionieren.

Titel sammeln oder Erfahrung aufbauen?

Wer CFO werden möchte, sollte den eigenen Lebenslauf daher anders betrachten: als Dokumentation der übernommenen Verantwortung und der gesammelten Erfahrung, statt als Abfolge immer höherer Positionstitel.

Haben Sie Transformationen verantwortet und auch bei Widerstand hinter schwierigen Entscheidungen gestanden? Welche bedeutenden Investitions-, Finanzierungs-, M&A- oder Unternehmensentscheidungen haben Sie mitgestaltet oder verantwortet – und mit welchem Ergebnis? Haben Sie sich mit der Geschäftsleitung, dem Verwaltungsrat oder Investoren auf Augenhöhe ausgetauscht und die Digitalisierung innerhalb der Finanzfunktion aktiv mitgestaltet?

Führungserfahrung ist ebenso wichtig: Haben Sie Teams geführt, Mitarbeitende und Führungskräfte weiterentwickelt und eine leistungsstarke Finanzorganisation aufgebaut? Denn der Schritt in die CFO-Rolle bringt neben grösserer fachlicher und strategischer Verantwortung auch mehr Verantwortung für Menschen mit sich.

„Der beste Karriereplan auf dem Weg zum CFO besteht nicht aus fünf Positionstiteln, die man nacheinander abhakt“, fasst Teisseire zusammen. „Entscheidend sind die Erfahrungen, die Sie gezielt aufbauen. Die bessere Frage bei der Überlegung zum nächsten Karriereschritt lautet: Wird mich diese Rolle zu einer vielseitigeren Führungskraft im Finanzbereich machen?“

Möchten Sie herausfinden, welcher nächste Schritt Ihr Profil für eine künftige CFO-Position wirklich weiterentwickelt?

Unser CFO-Guide erläutert, welche Kompetenzen moderne CFOs auszeichnen, wie sich die Rolle verändert und worauf es bei der Entwicklung zur Führungskraft im Finanzbereich ankommt.

Die spezialisierten Personalberater von Robert Walters unterstützen erfahrene Finanzfachkräfte bei ihrer Karriereplanung und vermitteln Kandidaten in leitende Finanzpositionen. Entdecken Sie unsere aktuellen Stellenangebote im Finanzbereich oder sprechen Sie mit unseren Finanzexperten.

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Paul Teisseire

Practice Lead Finance & Accounting | Robert Walters Switzerland

T: +41 44 809 3507

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