Authentizität geht vor Autorität: 63 % der Fachkräfte verlassen den Arbeitgeber wegen schlechter Führung
Mangelnde Verbundenheit mit dem Management ist für viele Arbeitnehmer ein entscheidender Grund, das Unternehmen zu verlassen. Dies geht aus dem aktuellen Talent Trends Report des Schweizer Personalberatungsunternehmens Robert Walters hervor, der eine auf den Menschen ausgerichtete Führung als Erfolgsfaktor für das Jahr 2025 und darüber hinaus identifiziert.
Nicht weniger als 63 % der befragten Fachkräfte gaben an, dass sie einen früheren Arbeitgeber verlassen haben, weil sie sich mit dem Führungsteam nicht verbunden fühlten. Weitere 68 % nannten „leere Versprechungen“ des Managements als Grund für ihren Weggang: ein klares Signal, dass Vertrauen und Authentizität unerlässlich sind.
„In einem sich schnell verändernden Arbeitsumfeld ist Führung nur dann wirklich erfolgreich, wenn sie den Menschen in den Mittelpunkt stellt“, sagt Andrew Powell, CCO von Robert Walters. „Vor allem angesichts der Ungewissheit über die Auswirkungen von KI ist es wichtig, dass sich die Mitarbeiter im Unternehmen gesehen und gehört fühlen.“
Was Mitarbeiter abschreckt
Der Bericht geht auf Verhaltensweisen ein, die Mitarbeiter massiv demotivieren. Zum Beispiel sagen 62 %, dass sie aussteigen, wenn Führungskräfte nur dann kommunizieren, wenn sie etwas brauchen. 71 % durchschauen erzwungenen Enthusiasmus und empfinden ihn als „irreale“ Führung.
Darüber hinaus wurden diese sechs Merkmale am häufigsten bei schlechter oder unauthentischer Führung genannt:
- Mangelnde Transparenz (72 %)
- Inkonsequentes Verhalten (66 %)
- Versäumnis, Verantwortung zu übernehmen (44 %)
- Nicht genug Aufmerksamkeit für das Wohlbefinden (30%)
- Mikromanagement (28%)
- Führungsverhalten (22%)
Menschenzentriert = erfolgreicher
Unternehmen, die sich für eine auf den Menschen ausgerichtete Führung einsetzen, erreichen ihre Geschäftsziele mit 2,6-mal höherer Wahrscheinlichkeit und haben auch eine 1,5-mal höhere Wahrscheinlichkeit, Spitzenkräfte zu halten.
„Wer keine persönliche Beziehung zu seinem Team aufbaut, riskiert nicht nur, Talente zu verlieren, sondern verpasst auch wertvolle Erkenntnisse für Verbesserungen und Wachstum“, sagt Powell. „Führungskräfte, die wirklich etwas bewirken wollen, investieren in ihre Soft Skills: Einfühlungsvermögen, emotionale Intelligenz und aufrichtige Kommunikation. Sie schaffen eine Kultur, in der Feedback willkommen ist, Engagement belohnt wird und Wohlbefinden genauso wichtig ist wie Ergebnisse. Das ist kein 'weicher Ansatz', sondern reiner Geschäftssinn“, so Powell abschließend.
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